logo2.gif (3769 bytes)

 

 

 

 


Jahresbericht 2011

1.  Förder- , Projekt- und Stiftungstätigkeit zur Erfüllung des Stiftungszwecks

Projekt Nr. 56/11: Schüler aus Obervieland/Bremen verbrachten 10 Tage beim Austausch mit ihrer Partnerschule 69 in Bischkek/Kirgisistan. Die Ergebnisse der gemeinsamen Projektarbeit „Deutschsprachige Gegenwartsautoren“ wurden abschließend in der Aula präsentiert. Zum Weiterlesen

Im Jahr 2011 bewilligte die Stiftung gemeinnützigen Institutionen Fördermittel für 99 Begegnungsprojekte mit Armenien, Belarus, Estland, Georgien, Kirgisistan,  Lettland,  Kasachstan, Litauen und der Republik Moldau,  der Russischen Föderation, Tadschikistan und der Ukraine. Davon waren 50 % einem konkreten Thema gewidmet und wurden von Schülern und Jugendlichen in gemeinsamer Projektarbeit realisiert. Von den beantragten und auch bewilligten Maßnahmen entfielen 60 % auf die Partnerländer Russische  Föderation, Belarus und die Ukraine und nur 10 % auf die Republik Moldau, Armenien, Georgien, Kirgisistan, Kasachstan und Tadschikistan. Dazu gehörte z. B. zum ersten Mal die Teilnahme von armenischen Filmemachern am West-Östlichen Kurzfilmfestival des Berliner Vereins ars cinema e. V., die Begegnung von 13 Schülern des Gymnasiums Obervieland, Bremen, mit dem Solyganov-Gymnasium als ihrer kirgisischen Partnerschule in Bischkek zum Thema „Deutschsprachige Gegenwartsautoren“ oder die Reise von 9 Schülern  des Gymnasiums Haigerloch zu ihrer Partnerschule „Liceul Teoretic Gheorghe Asachi“ in die Hauptstadt der Republik Moldau – nach Chisinau.

Projekt Nr. 1/11: „Ganz nah und doch so fern“ - moldauische und deutsche Schüler und Lehrer  des Haigerlocher Gymnasiums/ Baden Württemberg beim Besuch ihrer Partnerschule in Chisinau/Republilk Moldau. Zum Weiterlesen

Vertiefung und Ausgestaltung von Städtepartnerschaften

In Kooperation mit dem Deutsch-Ukrainischen Forum, Berlin, dem Ukrainisch-Deutschen Forum, Kiew  und der Stadt Leipzig veranstaltete die Stiftung im Oktober 2011 in Leipzig ihr größtes Projekt - die  2. Deutsch-Ukrainische Städtepartnerschaftskonferenz. Hauptförderin war die Robert Bosch Stiftung, mit der die Stiftung West-Östliche Begegnungen zum ersten Mal im Rahmen eines konkreten Projekts kooperierte.
 





Neues Rathaus, Leipzig



Begrüßungsempfang
im Neuen Rathaus



 
Dr. Gabriele Goldfuss, Stadt Leipzig Chefdolmetscher Dr. Wladimir Kutz



Friedrich Magirius, Stadtpräsident a.D.
Natalia Zarudna,
Botschafterin der Ukraine
Andreas Müller,
1. Bürgermeister Stadt Leipzig
Leonid Nowochatko,
Bürgermeister Stadt Kiew
Jelena Hoffmann,
Honorarkonsulin der Ukraine

     

 



Plenum



Kleine Partnerstädte
Volodymir Melnik, Oberbürgermeister Obuchow
Bern Wensche, Bürgermeister Radebeul



COVENANT of Mayors
Günter Burger,
Stadt Freiburg

 

Auf der XI. Deutsch-Russischen Städtepartnerschaftskonferenz in Rothenburg ob der Tauber organisierte die Stiftung in Zusammenarbeit mit dem  Deutsch-Russischen Forum und dem Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften den Workshop „Zivilgesellschaft und Verwaltung – von Konfrontation und Nebeneinander zu Kooperation und Dialog“.



Eröffnung der XI. Deutsch-Russischen
Städtepartnerschaftskonferenz



 Workshop "Zivilgesellschaft und Verwaltung"
Mark Kirsanov, Petrosawodsk, Dr. Jörg Bohse, Tübingen,
Marie-Luise Dumoulin

An diesen beiden Konferenzen förderte die Stiftung die gemeinsame Teilnahme von zivilgesellschaftlichen Partnerorganisationen aus Deutschland und dem jeweiligen Partnerland und unterstützte z. T. auch die Teilnahme von Vertretern kleinerer Städte aus dem Ausland. Das Anliegen, der  partnerschaftlichen Beziehung und Zusammenarbeit mit einer  finanziellen Förderung für die gemeinsame Teilnahme an den internationalen Partnerschaftskonferenzen einen Impuls zu geben, erwies sich mehr als berechtigt. Denn die gemeinsame Teilnahme ist überraschend eben so wenig die Regel wie die gegenseitige Information und Aufforderung der Städte und NRO zur gemeinsam Konferenzteilnahme.

Europäische Erinnerung und gemeinsame Verantwortung

Das Thema „Europäische Erinnerungskultur“ prägte 2011 die vom  Internationalen Bildungs- und Begegnungswerk (IBB) Dortmund und vom IBB „Johannes Rau“ Minsk konzipierte Wanderausstellung „Wider das Vergessen der Tschernobylkatastrophe vor 25 Jahren“. Sie wurde deutschlandweit in 25 Orten gezeigt und  erinnerte insbesondere an den aufopferungsvollen Einsatz der Liquidatoren, von denen einige als Zeitzeugen das interaktive Projekt begleiteten. Die Exposition, die durch die AKW-Katastrophe  im japanischen Fukushima zusätzliche Aktualität erfuhr,  stieß  auf großes Interesse der Medien und erreichte weit mehr Zielgruppen als ursprünglich erwartet. Die Stiftung förderte die Teilnahme der Liquidatoren aus der Ukraine und Belarus am inhaltlichen Begleitprogramm der Ausstellung im Berliner Stadtbezirk  Berlin-Köpenick sowie in Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt und im Potsdamer Landtag.

Die Partnerschaftskonferenz gesellschaftlicher Initiativen und Organisationen „25 Jahre nach Tschernobyl“ des Internationalen Bildungs- und Begegnungswerks Dortmund in der belarussischen Hauptstadt Minsk war die erste von gesamteuropäischem Format, die die Erinnerung an die Reaktorkatastrophe im ukrainischen Tschernobyl  als Aufgabe von kulturgeschichtlicher und gesamteuropäischer Relevanz  thematisierte. Die Stiftung West-Östliche Begegnungen organisierte und leitete die Arbeitsgruppe „Nachhaltige Gestaltung von Kindererholung – Möglichkeiten und Impulse für die west-östliche Zusammenarbeit“.



Erinnerung in Minsk an den 25. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl



Risikofaktoren in der von der Reaktor-
katastrophe kontaminierten Region



Aufruf der Liquidatoren
an ihre Nachkommen



Arbeitsgruppe
"Nachhaltige Gestaltung von Kindererholung"



 Beitrag der Delegation aus Spanien

„Gemeinsame europäische Wurzeln“ standen im Mittelpunkt des Vorhabens, das der Arbeitskreis Weißrussland der Evangelischen Gemeinde Rheinstetten-Mörsch in Mogilev durchführte. Deutsche und belarussische Partner suchten nach deutschen Einflüssen auf das kulturelle Leben im Gebiet Mogilev und veröffentlichten die gemeinsam erarbeiteten Ergebnisse unter dem Titel «Deutsches Erbe im gesellschaftlichen und kulturellen Leben der Region Mogilew»

Frieden und historische Versöhnung, Umwelt und soziale Gerechtigkeit

Der Gedanke des Friedens und der historischen Versöhnung stand für das mit deutschen und russischen Politikern, Historikern und sicherheitspolitischen Experten hochkarätig besetzte Symposium „Vom Krieg zur gemeinsamen Verantwortung für Frieden und Sicherheit in Europa“, das die Stiftung gemeinsam mit dem Russischen Haus der Wissenschaft und Kultur, Berlin, der Universität Göttingen und der Konrad Adenauer Stiftung im Gedenken an den 70. Jahrestag des Überfalls auf die Sowjetunion veranstaltete. Die Gesellschaft zur Hilfe für Kriegsveteranen in Russland e. V., Dresden lud 70 Jahre nach dem Überfall Hitlerdeutschland auf die Sowjetunion sechs Kriegveteranen und ehemalige minderjährige Häftlinge aus der Stadt Tscheljabinsk und dem Moskauer Gebiet zu einem Tag der Mahnung und des Gedenkens im ehemaligen Stalag Zeithain und zu vielfältigen Begegnungen in Sachsen ein, um ihnen Anerkennung, Kraft und Zuversicht  für ein noch aktives Leben in Würde und ein Gefühl für ein anderes Deutschland zu vermitteln.

Vorbereitung der Begegnung in Deutschland
 



Viktor Maximow,
Gesellschaft zur Hilfe für Kriegsveteranen
in Russland e.V., Dresden



Eröffnung der Ausstellung
deutscher und russischer Maler
"Über Krieg und Frieden"
in Tscheljabinsk



Im Zeichen der Weißen Rose

Gefördert wurde auch eine Begegnung des Landkreises Märkisch-Oderland mit Gästen aus Belarus, Russland (und Polen) auf den Seelower Höhen anlässlich 20 Jahre Friedenswald in Seelow/Brandenburg.

Die Verbindung von  Ökologie - Gesundheit – Gerechtigkeit thematisierte die Deutsche Freundschaftsgesellschaft West-Ost in Schleswig-Holstein, Kiel,  auf ihrer NRO-Regionalkonferenz in Oldenburg. Dieser integrative Ansatz wurde auch von der Deutschen Sektion der IPPNW e. V. auf der  Konferenz „Die sozialen, ökologischen, medizinischen und wirtschaftlichen Folgen  der Tschernobylkatastrophe – Lehren und Strategien zu ihrer Überwindung“ umgesetzt. Die Stiftung förderte hier die Konferenzteilnahme von  Liquidatoren und Experten aus WÖB-Partnerländern.  Der Leonardo da Vinci Campus Nauen und die Jacobi Realschule Kalletal wählten regenerative Energien als Projektthema ihrer bilateralen Begegnungen, der Partnerschaftsverein Charkiv-Nürnberg führte eine deutsch-ukrainische Umweltkonferenz durch und für die Gymnasien  Werner-Heisenberg Heide, Martineum Halberstadt und die  Ökostation Deister Vorland, Barsinghausen waren Natur-,  Umwelt- und Klimaschutz die relevanten Themen.

Um mehr Gerechtigkeit und Inklusion in die Gesellschaft ging es auf dem auch von der Stiftung finanziell unterstützen „1. Treffen zum Erfahrungsaustausch zur Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention und Zusammenarbeit von Behindertenverbänden aus dem post-sowjetischen Raum und EU-Mitgliedsstaaten“ des Allgemeinen Deutschen Behindertenverbandes e. V., Berlin auf der Messe „Rehacare“ in Düsseldorf. Im Mittelpunkt standen die Umsetzung der UN- Behindertenrechtskonvention und die Formierung der Behindertenverbände Osteuropas zu einer koordinierenden Vereinigung.

 


2.  
„Wie der Osten stiften ging“
     Symposium und Dokumentation zur Gründungsgeschichte der Stiftung

Im 21. Jahr der deutschen Einheit gab die Stiftung die Langfassung der Dokumentation „Die Stiftung West-Östliche Begegnungen. Gründungsgeschichte“ heraus. Sie erinnert damit an die bewegten und bewegenden Zeiten, als engagierte Bürger in Ostdeutschland zwischen 1990 und 1994 an Runden Tischen und im Dialog mit Vertretern alter und neuer Institutionen über die Gründung von neuen Stiftungen verhandelten.

Diese Publikation über den in der deutschen Stiftungslandschaft ungewöhnlichen Gründungsprozess gab der Stiftung Anlass, die gründungsgeschichtlich ähnlichen Stiftungen Demokratische Jugend und Nord-Süd-Brücken einzuladen, auf einem gemeinsamen Symposium im März 2011 in der Landesvertretung Brandenburg in Berlin ihre Geschichte, ihr Profil und ihre Themen einer interessierten Öffentlichkeit vorzustellen.



Prof. Dr. Horst Schützler, Mitglied des Kuratoriums
der Stiftung West-Östliche  Begegnungen


3. Vernetzung und Zusammenarbeit mit Partnern

Die Gewinnung neuer Kooperationspartner, die Vernetzung mit Akteuren im In- und Ausland, die Anbahnung und Vorbereitung neuer Vorhaben sowie die Beratung der Fördersuchenden zur qualitativen Gestaltung, Abwicklung und auch Finanzierung ihrer Vorhaben waren auf die nachhaltige Umsetzung der Stiftungsidee gerichtet.

Teilnahme der Stiftung an folgenden Foren und Veranstaltungen mit Netzwerkcharakter:

  • NRO-Partnerschaftskonferenz „25 Jahre nach Tschernobyl“ im April in Minsk
  • Tagung des World Public Forum“ in Berlin zum Thema Migration im Mai in Berlin
  • Deutsch-Russische Städtepartnerschaftskonferenz im Mai in Rothenburg ob der Tauber
  • Deutscher Stiftungstag im Mai in Stuttgart
  • Bilaterale Tagung des Lenkungsausschusses des Petersburger Dialogs im Januar in Sotschi
  • Petersburger Dialog im Juli in Wolfsburg
  • Deutsch-Ukrainische Städtepartnerschaftskonferenz im Oktober in Leipzig
  • Organisationsseminar Sozialforum im Rahmen des Petersburger Dialogs im November in Samara/Russland
  • Konferenz des Deutsch-Russischen Forums und der Gesellschaftskammer der Russischen Föderation „Staat und Bürger“ im Oktober in Moskau
  • Jahreskonferenz „Civil Society Forum of Eastern Partnership“ im Dezember in Poznan

Zusammenarbeit der Stiftung in der Projektgestaltung und/oder Finanzierung mit folgenden Partnern:

  • Petersburger Dialog, Berlin
  • Deutsch-Ukrainisches Forum, Berlin
  • Ukrainisch-Deutsches Forum, Kiew
  • Stadtverwaltung Leipzig
  • Robert Bosch Stiftung, Stuttgart
  • Internationales Bildungs- und Begegnungswerk gGmbH Dortmund und „Johannes Rau“ Minsk
  • Stiftung Demokratische Jugend, Berlin
  • Stiftung Nord-Süd-Brücken, Berlin
     



 „Wie der Osten stiften ging“ – Zusammenarbeit der Stiftungen Demokratische Jugend, Nord-Süd-Brücken
und West-Östliche Begegnungen mit Johannes Zerger, Thomas Heppener
, Peter Stobinski, Monika Tharann,
Eberhard Bauer, Dr. Helmut Domke, Walter Hättig, Jochen Weitzel, Dr. Hubert Thielicke (v. l. n. r.)

  • Bundesverband Deutscher Stiftungen, Berlin
  • Brandenburgische Landesvertretung, Berlin
  • Deutsch-Russisches Forum e.V., Berlin
  • Bundesverband Deutscher West-Ost-Gesellschaften e. V., Berlin
  • Stadtverwaltung Frankfurt (Oder)


4. Die geförderten Projekte in Zahlen

Für die Umsetzung des satzungsmäßigen Stiftungszwecks wurden 2011  359.833 EUR aufgewendet, davon 157.459 EUR für operative Projekt- und Stiftungsarbeit.  Die von den Bewilligungsempfängern abgerufenen und von der Stiftung gezahlten Mittel für die Förderung von Projekten betrugen 202.374 EUR. Diese Summe umfasst

  • die Förderung von 79 Vorhaben im Jahr 2011
  • Zahlungen für weitere 15 Maßnahmen aus den Jahren 2009 und 2010 nach Abrechnung
  • die Saldierung von Mittelrückzahlungen aufgrund von Projektveränderungen als Ergebnis der Abrechnung von 2 Bewilligungsempfängern.

Die Erhöhung der Beteiligung der zentralasiatischen und transkaukasischen Partnerländer  an Begegnungsprojekten mit Deutschland und damit eine größere  regionale Ausgewogenheit in der Förderung bleiben Wunsch und Zielstellung der Stiftung für die kommenden Jahre.

Insgesamt hat die Stiftung seit ihrer Errichtung im Jahr 1994 rund 4.200 Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtfördervolumen von rund 9,2 Mio. EUR unterstützt.

▶ Die bewilligten Projekte in Zahlen


5. Stiftungsvermögen, Vermögensverwaltung und Erträge

Das Stiftungskapital betrug zum Jahresende 2011  16.467.780 EUR. Es war mit 15.627.885 EUR im Wesentlichen in langfristig verzinsten Wertpapieren und Fonds angelegt.  Weitere 850.651 EUR waren liquide Mittel, die noch nicht zur Neuanlage gebracht waren sowie Zinserträge, die vorübergehend als Festgelder gehalten wurden.

Im Wertpapier- und Fondsbestand sind insgesamt zum 31.12.2011 stille Lasten von 520.250 EUR ausgewiesen. Diese resultieren aus den gegenüber den Anschaffungskosten der Wertpapiere  reduzierten stichtagsbezogenen Kursbewertungen der Finanzanlagen.

Mit den aus den Finanzanlagen erwirtschafteten Einnahmen von 556.073 EUR wurde per 31.12.2011  eine Durchschnittsverzinsung von 3,4 % erreicht.

Das Grundstockvermögen des Stiftungskapitals  (Kapital zum Gründungszeitpunkt und Zustiftung) ist nominal erhalten. Seine inflationsbedingte Entwertung konnte jedoch trotz jährlicher Rücklagenbildung auch in diesem Berichtsjahr nicht in vollem Umfang verhindert werden. Bis zu seiner realen Erhaltung verblieb unter Einbeziehung der Kapitalerhaltungsrücklage, der negativen Ergebnisse aus Vermögensumschichtungen, der thesaurierenden Zinsen, der stillen Lasten und bei rechnerischer Berücksichtigung des Mittelvortrags als noch nicht zugeflossenem Stiftungsvermögen eine rechnerische Deckungslücke von 2.113.800 EUR.

Im Ergebnis der fortgesetzten grundlegenden Neuausrichtung der Finanzanlagestruktur und der dafür erforderlichen Umschichtung der Vermögensanlagen waren nach sukzessivem Kapitaltransfer Ende 2011 mit 13,1 Mio. EUR insgesamt 80 % des Stiftungskapitals in zwei Vermögensverwaltungsfonds bei Banken und dem Portfoliokonzept eines Versicherungsunternehmens investiert, die das Management der Vermögensanlagen übernahmen. Damit waren auch liquide Mittel von 3,43 Mio. EUR, die im Vorjahr über Festgelder verzinst worden waren, bis auf einen Restbetrag von 850.651 EUR wieder angelegt. Die Fonds erzielten im Berichtszeitraum Ausschüttungsrenditen von 1,2 % bis 4,5 %. Die Realisierung auch von Kursgewinnen für eine zusätzliche Stärkung des Stiftungskapitals als angestrebtem zweiten Teil der Rendite - auch zur Entlastung der Rücklagenbildung aus Barmitteln – bleibt weiterhin Zielstellung des  Anlagekonzepts.

Am Jahresende  leistete der  Weimarer Verein „Hilfe für Kinder aus Tschernobyl e.V.“ eine Zustiftung in Höhe von 80.000 EUR in das Grundstockvermögen der Stiftung. In  Würdigung des Engagements von Prof. Hartmut Köppler für die Beseitigung der gesundheitlichen Folgen der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl wird diese als „Hartmut-Köppler-Fonds“ geführt. Seine Erträge sollen insbesondere für Begegnungen und humanitäre gesundheitsfördernde Zusammenarbeit von Partnern aus Deutschland, der Ukraine und Belarus eingesetzt werden.

Die Jahresrechnung wurde mit einem Einnahmeüberschuss aus laufender Rechnung von 192.255 EUR abgeschlossen. Davon wurden 179.651 EUR in die Rücklage zur Werterhaltung des Stiftungskapitals (Inflationsausgleich) eingestellt und 12.604 EUR werden für satzungsmäßige Zwecke im Folgejahr eingesetzt.

▶ Vermögensrechnung zum 31.12.2011


6. Externe Prüfung

Die Stiftung lässt ihre Jahresrechnung jährlich durch einen externen Wirtschaftsprüfer prüfen. Diese umfasst gemäß § 8 Abs. 2 des Berliner Stiftungsgesetzes (i. d. F. vom 22. Juli 2003) auch die Erhaltung des Stiftungsvermögens und die satzungsgemäße Verwendung des Stiftungskapitals.

Die Prüfung 2011 der satzungsgemäßen Verwendung der Stiftungsmittel und der Einhaltung der satzungsgemäßen Erfordernisse, steuerbegünstigt tätig zu werden, wurde von der ACCO GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft vorgenommen und hat keine Einwendungen ergeben.


▶ Bestätigungsvermerk der Wirtschaftsprüfer